Was ist ERP-Integration? Definition, Methoden, Vorteile und Praxisbeispiele
Manuelle Datenübertragungen, widersprüchliche Bestände, isolierte Softwarelösungen und Prozesse, die an Systemgrenzen ins Stocken geraten? Wenn unterschiedliche Anwendungen nicht zuverlässig miteinander kommunizieren, entstehen Datensilos, Fehler und unnötiger Aufwand. Eine ERP-Integration verbindet das ERP-System mit Anwendungen, Maschinen, Plattformen und Datenquellen, sodass Informationen automatisch ausgetauscht und Geschäftsprozesse durchgängig gesteuert werden können. Doch was ist ERP-Integration genau, welche Integrationsmethoden gibt es und worauf sollten Unternehmen bei der Umsetzung achten?

1. Was ist ERP-Integration? Definition und Erklärung
ERP-Integration bezeichnet die technische und prozessuale Verbindung eines Enterprise-Resource-Planning-Systems mit anderen Anwendungen, Plattformen, Datenbanken, Geräten oder Maschinen. Die Integration ermöglicht einen automatisierten und kontrollierten Datenaustausch zwischen dem ERP-System und den angebundenen Systemen.
Ein ERP-System bildet zentrale Unternehmensbereiche wie Einkauf, Vertrieb, Lager, Fertigung, Finanzwesen und Controlling ab. In der Praxis verwenden Unternehmen jedoch häufig weitere spezialisierte Anwendungen. Dazu gehören beispielsweise CRM-Systeme, Dokumentenmanagement-Systeme, Produktionssoftware, Online-Shops, Versandlösungen, CAD- oder PDM-Systeme. Durch die ERP-Integration werden diese Anwendungen zu einer zusammenhängenden IT-Landschaft verbunden.
Eine ERP-Integration verbindet jedoch nicht nur technische Systeme. Sie verknüpft auch die dazugehörigen Geschäftsprozesse. Ein Auftrag aus einem Online-Shop kann beispielsweise automatisch an das ERP übertragen werden. Dort lassen sich Verfügbarkeit, Preis, Liefertermin und Kundendaten prüfen. Anschließend können Folgeprozesse in Lager, Versand, Rechnungswesen und Kundenkommunikation angestoßen werden.
Kurzdefinition: ERP-Integration ist die Verbindung eines ERP-Systems mit anderen Anwendungen, Datenquellen oder Maschinen, damit Daten automatisch ausgetauscht und Geschäftsprozesse systemübergreifend gesteuert werden können.
2. Warum ist ERP-Integration wichtig?
In vielen Unternehmen wächst die IT-Landschaft über Jahre hinweg. Einzelne Fachbereiche führen eigene Lösungen ein, Maschinen liefern Produktionsdaten und externe Plattformen kommen hinzu. Ohne ein verbindendes Konzept entstehen voneinander getrennte Systeme und Datenbestände.
Typische Folgen einer fehlenden oder unzureichenden Integration sind:
❌ Daten müssen mehrfach manuell erfasst werden.
❌ Bestände, Preise oder Kundendaten unterscheiden sich zwischen den Systemen.
❌ Mitarbeitende übertragen Informationen über Tabellen oder E-Mails.
❌ Fehler werden häufig erst in nachgelagerten Prozessschritten erkannt.
❌ Auswertungen beruhen auf unterschiedlichen Datenständen.
❌ Änderungen in einem System erreichen andere Anwendungen verspätet.
❌ Verantwortlichkeiten für Daten und Schnittstellen bleiben unklar.
Eine durchdachte ERP-Integration reduziert diese Brüche. Sie sorgt dafür, dass Informationen kontrolliert zwischen den beteiligten Anwendungen fließen und Folgeprozesse nicht bei jedem Systemwechsel manuell angestoßen werden müssen.
Das ERP als zentrale Datenplattform
Bei einer integrierten Systemlandschaft übernimmt das ERP häufig die Rolle der zentralen Datenplattform. Es führt Informationen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zusammen und stellt sie für Planung, Steuerung und Auswertung bereit. Welche Daten tatsächlich im ERP führend verwaltet werden sollten, hängt jedoch vom jeweiligen Prozess ab.
Für Kundenstammdaten kann beispielsweise das ERP oder ein CRM-System führend sein. Konstruktionsdaten können aus einem PDM-System stammen, während Bestände und Materialbewegungen im ERP verwaltet werden. Entscheidend ist eine eindeutige Datenverantwortung.
3. Welche Systeme lassen sich mit einem ERP integrieren?
Grundsätzlich können zahlreiche interne und externe Systeme in eine ERP-Landschaft eingebunden werden. Voraussetzung sind geeignete Schnittstellen, kompatible Datenformate und ein klar definierter Prozess.
| System oder Plattform | Typische ausgetauschte Daten | Beispiel für den Prozessnutzen |
|---|---|---|
| System oder Plattform CRM-System | Typische ausgetauschte Daten Kunden, Kontakte, Angebote, Aktivitäten, Aufträge | Beispiel für den Prozessnutzen Durchgängiger Prozess von der Kundenanfrage bis zur Auftragsabwicklung |
| System oder Plattform Online-Shop und Marktplätze | Typische ausgetauschte Daten Artikel, Preise, Bestände, Bestellungen, Versandstatus | Beispiel für den Prozessnutzen Automatische Verarbeitung von Online-Bestellungen |
| System oder Plattform MES und Produktionssysteme | Typische ausgetauschte Daten Fertigungsaufträge, Maschinenzustände, Zeiten, Mengen, Rückmeldungen | Beispiel für den Prozessnutzen Verbindung von Produktionsplanung und tatsächlichem Fertigungsfortschritt |
| System oder Plattform CAD-, PDM- und PLM-Systeme | Typische ausgetauschte Daten Artikel, Stücklisten, Zeichnungen, Dokumente, Änderungsstände | Beispiel für den Prozessnutzen Übergabe freigegebener Produktdaten an Einkauf und Fertigung |
| System oder Plattform Dokumentenmanagement-System | Typische ausgetauschte Daten Belege, Dokumente, Metadaten, Vorgangsbezüge | Beispiel für den Prozessnutzen Zuordnung und Archivierung von Dokumenten zu ERP-Vorgängen |
| System oder Plattform Lagerverwaltungssystem | Typische ausgetauschte Daten Bestände, Lagerplätze, Kommissionieraufträge, Bewegungen | Beispiel für den Prozessnutzen Aktuelle Bestände und koordinierte Lagerprozesse |
| System oder Plattform Versand- und Logistiksysteme | Typische ausgetauschte Daten Adressen, Packstücke, Versandaufträge, Sendungsnummern | Beispiel für den Prozessnutzen Automatisierte Versandabwicklung und Statusrückmeldung |
| System oder Plattform EDI-Lösungen | Typische ausgetauschte Daten Bestellungen, Lieferabrufe, Lieferscheine, Rechnungen | Beispiel für den Prozessnutzen Standardisierter elektronischer Belegaustausch mit Geschäftspartnern |
| System oder Plattform Business-Intelligence-Lösung | Typische ausgetauschte Daten Finanz-, Vertriebs-, Produktions- und Logistikdaten | Beispiel für den Prozessnutzen Bereichsübergreifende Analysen und Dashboards |
| System oder Plattform IoT-Geräte und Maschinen | Typische ausgetauschte Daten Messwerte, Maschinenstatus, Produktionsmengen, Störungen | Beispiel für den Prozessnutzen Automatische Betriebsdatenerfassung und aktuelle Produktionsinformationen |
4. Arten der ERP-Integration
ERP-Integrationen lassen sich danach unterscheiden, welche Systeme und Organisationsebenen miteinander verbunden werden.
Horizontale Integration
Die horizontale Integration verbindet Geschäftsbereiche oder Anwendungen entlang einer Prozesskette. Ein Beispiel ist die Verknüpfung von Vertrieb, Einkauf, Lager, Fertigung und Rechnungswesen. Daten bewegen sich dabei durch mehrere Unternehmensbereiche, ohne bei jedem Übergang neu erfasst zu werden.
Vertikale Integration
Die vertikale Integration verbindet unterschiedliche Ebenen innerhalb eines Unternehmens. In einem Fertigungsbetrieb kann dies die Verbindung zwischen ERP, Produktionsplanung, MES, Betriebsdatenerfassung und Maschinensteuerung sein. Die kaufmännische Planung wird dadurch enger mit der tatsächlichen Produktion verknüpft.
Interne Integration
Die interne Integration betrachtet Systeme innerhalb des Unternehmens. Dazu gehören beispielsweise CRM, DMS, PDM, Finanzwesen, Lagerverwaltung und Business Intelligence.
Externe Integration
Bei einer externen Integration wird das ERP mit Kunden, Lieferanten, Logistikpartnern, Banken, Behörden, Marktplätzen oder anderen externen Plattformen verbunden. Häufig kommen dabei standardisierte Datenformate oder EDI-Verfahren zum Einsatz.
Punkt-zu-Punkt-Integration
Bei einer Punkt-zu-Punkt-Integration werden zwei Systeme direkt miteinander verbunden. Dieser Ansatz kann bei einer überschaubaren Zahl von Anwendungen zweckmäßig sein. Mit jeder zusätzlichen Verbindung steigt jedoch die Zahl der Abhängigkeiten, die dokumentiert, überwacht und gewartet werden müssen.
Zentrale Integration über Middleware
Middleware ist eine vermittelnde Softwareschicht zwischen mehreren Anwendungen. Sie kann Daten empfangen, prüfen, umwandeln, weiterleiten und die Verarbeitung überwachen. Die beteiligten Systeme müssen dadurch nicht jede technische Besonderheit der jeweils anderen Anwendung kennen.
5. Technologien und Methoden der ERP-Integration
Für die technische ERP-Integration stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Die passende Lösung hängt unter anderem von den beteiligten Systemen, der erforderlichen Aktualität, dem Datenvolumen und den Sicherheitsanforderungen ab.
| Integrationsmethode | Funktionsweise | Geeignet für |
|---|---|---|
| Integrationsmethode API | Funktionsweise Definierte Programmierschnittstelle für den strukturierten Datenaustausch | Geeignet für Moderne Anwendungen, Webdienste und Echtzeitprozesse |
| Integrationsmethode REST API | Funktionsweise Webbasierte Schnittstelle, häufig mit strukturierten Datenformaten | Geeignet für Cloud-Anwendungen, Portale, mobile Lösungen und Drittsysteme |
| Integrationsmethode Webservices | Funktionsweise Standardisierte Kommunikation zwischen Anwendungen | Geeignet für Systemübergreifende Transaktionen und Serviceaufrufe |
| Integrationsmethode Middleware | Funktionsweise Zentrale Vermittlung, Transformation und Überwachung von Datenflüssen | Geeignet für Komplexere Landschaften mit mehreren Systemen |
| Integrationsmethode EDI | Funktionsweise Elektronischer Austausch standardisierter Geschäftsdokumente | Geeignet für Bestellungen, Lieferabrufe, Lieferscheine und Rechnungen |
| Integrationsmethode Dateibasierter Austausch | Funktionsweise Übertragung strukturierter Dateien, beispielsweise CSV oder XML | Geeignet für Periodische Übertragungen und ältere Systeme |
| Integrationsmethode Datenbankanbindung | Funktionsweise Kontrollierter Zugriff auf Datenbanken oder Datenreplikation | Geeignet für Reporting, Analyse und definierte Integrationsszenarien |
| Integrationsmethode Konnektoren | Funktionsweise Vorgefertigte Verbindung für bestimmte Systeme oder Anwendungsgruppen | Geeignet für Standardisierte Integrationen mit geringerem Entwicklungsbedarf |
| Integrationsmethode Low-Code-Integration | Funktionsweise Konfiguration von Datenflüssen über grafische Werkzeuge | Geeignet für Wiederkehrende Integrationen ohne umfangreiche Individualprogrammierung |
Synchroner und asynchroner Datenaustausch
Bei einer synchronen Integration wartet das aufrufende System unmittelbar auf eine Antwort. Diese Methode eignet sich für Prozesse, bei denen direkt eine Information benötigt wird, beispielsweise eine Verfügbarkeitsprüfung.
Bei einer asynchronen Integration werden Daten übergeben und unabhängig vom ursprünglichen Aufruf weiterverarbeitet. Dieser Ansatz kann bei großen Datenmengen oder Prozessen sinnvoll sein, die keine sofortige Antwort benötigen.
Echtzeit oder zeitgesteuerte Übertragung
Nicht jeder Prozess benötigt Echtzeitdaten. Lagerverfügbarkeit oder Produktionsrückmeldungen können eine schnelle Übertragung erfordern. Andere Daten lassen sich eventuell in festgelegten Intervallen synchronisieren. Die Entscheidung sollte sich am fachlichen Prozess orientieren und nicht allein an der technischen Machbarkeit.
6. Wie funktioniert eine ERP-Integration?
Eine ERP-Integration besteht aus mehreren technischen und fachlichen Bausteinen. Der konkrete Aufbau variiert je nach Anwendungsfall, folgt aber meist einer vergleichbaren Logik.
- Ein Ereignis tritt ein: Ein Auftrag wird angelegt, ein Artikel geändert oder ein Fertigungsschritt abgeschlossen.
- Das Quellsystem stellt Daten bereit: Die relevanten Informationen werden über eine Schnittstelle, einen Konnektor oder eine Datei ausgegeben.
- Die Daten werden geprüft: Pflichtfelder, Formate und fachliche Regeln werden kontrolliert.
- Die Daten werden transformiert: Feldbezeichnungen, Einheiten oder Strukturen werden an das Zielformat angepasst.
- Das Zielsystem verarbeitet die Daten: Ein Datensatz wird angelegt, aktualisiert oder einem Vorgang zugeordnet.
- Das Ergebnis wird protokolliert: Erfolgreiche und fehlerhafte Übertragungen werden dokumentiert.
- Folgeprozesse werden ausgelöst: Beispielsweise entstehen ein Fertigungsauftrag, ein Versandauftrag oder eine Rechnung.
Führende Systeme und Datenverantwortung
Für jedes zentrale Datenobjekt sollte festgelegt werden, welches System die führende Quelle ist. Andernfalls können Änderungen gleichzeitig in mehreren Anwendungen vorgenommen und später gegenseitig überschrieben werden.
Typische Datenobjekte sind:
- Artikel- und Materialstammdaten
- Kunden- und Lieferantendaten
- Preise und Konditionen
- Stücklisten und Arbeitspläne
- Bestände und Lagerorte
- Aufträge und Liefertermine
- Dokumente und Versionsstände
Monitoring und Fehlerbehandlung
Eine Schnittstelle sollte nicht nur Daten übertragen, sondern auch überwacht werden. Das Integrationskonzept sollte deshalb festlegen, wie Fehler erkannt, protokolliert und bearbeitet werden. Ebenso wichtig sind Wiederholungsmechanismen, Berechtigungen und eindeutige Verantwortlichkeiten.
7. Vorteile einer ERP-Integration
Eine sorgfältig geplante ERP-Integration kann die Qualität und Geschwindigkeit systemübergreifender Prozesse verbessern.
Weniger manuelle Dateneingabe
- ✅ Informationen werden automatisiert zwischen Systemen übertragen.
- ✅ Doppelte Erfassungen lassen sich reduzieren.
- ✅ Mitarbeitende müssen Daten seltener aus Tabellen oder Dokumenten übertragen.
Höhere Datenqualität
- ✅ Datenformate und Pflichtfelder können automatisch geprüft werden.
- ✅ Klare führende Systeme verringern widersprüchliche Datenstände.
- ✅ Änderungen lassen sich kontrolliert an angeschlossene Anwendungen verteilen.
Durchgängige Prozesse
- ✅ Ein Ereignis in einem System kann Folgeprozesse in anderen Anwendungen auslösen.
- ✅ Auftrags-, Produktions-, Lager- und Finanzprozesse lassen sich enger verbinden.
- ✅ Medienbrüche zwischen Fachbereichen können reduziert werden.
Mehr Transparenz
- ✅ Fachbereiche arbeiten auf einer abgestimmten Informationsbasis.
- ✅ Prozessstatus und Abweichungen werden besser nachvollziehbar.
- ✅ Auswertungen können Daten aus mehreren Unternehmensbereichen einbeziehen.
Mehr Flexibilität
- ✅ Spezialisierte Lösungen können angebunden werden, ohne die zentrale ERP-Steuerung aufzugeben.
- ✅ Neue Vertriebskanäle oder Plattformen lassen sich in bestehende Prozesse einordnen.
- ✅ Standardisierte Schnittstellen vereinfachen spätere Erweiterungen.
8. Herausforderungen und typische Fehler
Eine ERP-Integration ist nicht nur eine technische Aufgabe. Sie betrifft Daten, Prozesse, Verantwortlichkeiten, Sicherheit und langfristige Wartung.
Unklare Prozessziele
Eine Schnittstelle sollte nicht allein deshalb entwickelt werden, weil eine technische Verbindung möglich ist. Zuerst muss geklärt werden, welcher Geschäftsprozess verbessert werden soll und welche Informationen dafür erforderlich sind.
Fehlende Datenverantwortung
Wenn mehrere Systeme dieselben Informationen bearbeiten dürfen, entstehen leicht widersprüchliche Datenstände. Für jedes wichtige Datenobjekt sollte deshalb ein führendes System festgelegt werden.
Unzureichende Datenqualität
Eine Integration überträgt nicht nur korrekte, sondern auch fehlerhafte Daten schneller. Vor der Anbindung sollten Stammdaten, Schlüssel, Formate und Dubletten geprüft werden.
Zu viele individuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen
Individuelle Direktverbindungen können bei einer kleinen Systemlandschaft sinnvoll sein. Eine große Zahl voneinander abhängiger Schnittstellen erhöht jedoch die Komplexität bei Änderungen, Updates und Fehleranalysen.
Fehlendes Monitoring
Ohne Protokollierung bleiben fehlgeschlagene Übertragungen möglicherweise unbemerkt. Monitoring, Benachrichtigungen und klar definierte Zuständigkeiten gehören deshalb zum Integrationskonzept.
Unzureichende Sicherheit
Schnittstellen benötigen ein angemessenes Rollen- und Rechtekonzept. Zugriffe sollten auf die erforderlichen Daten und Funktionen beschränkt werden. Zusätzlich sind sichere Verbindungen, Authentifizierung, Protokollierung und Datenschutzanforderungen zu berücksichtigen.
Abhängigkeit von veralteten Technologien
Ältere Systeme lassen sich unter Umständen nur über proprietäre oder dateibasierte Verfahren anbinden. Unternehmen sollten bewerten, ob eine solche Integration langfristig wartbar bleibt oder den Modernisierungsbedarf lediglich verschiebt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Was ist ERP-Integration? Definition und Erklärung
- 2. Warum ist ERP-Integration wichtig?
- 3. Welche Systeme lassen sich mit einem ERP integrieren?
- 4. Arten der ERP-Integration
- 5. Technologien und Methoden der ERP-Integration
- 6. Wie funktioniert eine ERP-Integration?
- 7. Vorteile einer ERP-Integration
- 8. Herausforderungen und typische Fehler
- 9. ERP-Integration, ERP-Implementierung und Datenmigration
- 10. ERP-Integration in der Fertigung
- 11. ERP-Integration mit Abas als Praxisbeispiel
- 12. ERP-Integration planen und die passende Lösung auswählen
- 13. Trends und zukünftige Entwicklung
- 14. FAQ: Häufig gestellte Fragen zur ERP-Integration
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9. ERP-Integration, ERP-Implementierung und Datenmigration
ERP-Integration, ERP-Implementierung und Datenmigration werden häufig miteinander verwechselt, bezeichnen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
| Begriff | Erklärung | Typische Aufgaben |
|---|---|---|
| Begriff ERP-Implementierung | Erklärung Einführung und Konfiguration eines ERP-Systems | Typische Aufgaben Prozessanalyse, Einrichtung, Tests, Schulungen und Produktivstart |
| Begriff ERP-Integration | Erklärung Verbindung des ERP-Systems mit anderen Anwendungen und Datenquellen | Typische Aufgaben Schnittstellen, Datenflüsse, Konnektoren, Monitoring und Prozessautomatisierung |
| Begriff Datenmigration | Erklärung Einmalige oder schrittweise Übernahme von Daten in ein neues System | Typische Aufgaben Bereinigung, Zuordnung, Übertragung und Validierung von Stamm- und Bewegungsdaten |
Bei einer ERP-Einführung können alle drei Bereiche zusammenkommen. Die Implementierung schafft das neue ERP-System, die Migration überführt bestehende Daten und die Integration verbindet weiterhin benötigte Anwendungen.
10. ERP-Integration in der Fertigung
In Produktions- und Fertigungsunternehmen ist ERP-Integration besonders relevant. Dort müssen kaufmännische Planung, Konstruktion, Materialwirtschaft, Produktionsplanung und Shopfloor eng zusammenarbeiten.
CAD-, PDM- und PLM-Integration
Eine Verbindung zwischen Produktentwicklung und ERP kann Artikelstammdaten, Stücklisten, Zeichnungen und Änderungsstände übertragen. Freigegebene Konstruktionsinformationen stehen dadurch schneller für Kalkulation, Beschaffung und Fertigung zur Verfügung.
MES- und Shopfloor-Integration
Ein MES oder eine Betriebsdatenerfassung kann Fertigungsaufträge aus dem ERP übernehmen und Produktionsrückmeldungen zurückgeben. Dazu können Mengen, Zeiten, Maschinenzustände oder Ausschussinformationen gehören. Die genaue Datenübertragung hängt von den eingesetzten Systemen und dem definierten Integrationsumfang ab.
Lager- und Logistikintegration
Die Verbindung von ERP, Lagerverwaltung und Versand unterstützt einen abgestimmten Informationsfluss zwischen Beständen, Kommissionierung, Verpackung und Auslieferung. Bestandsänderungen und Auftragsstatus müssen dadurch nicht in mehreren Systemen manuell gepflegt werden.
EDI in der Lieferkette
In integrierten Lieferketten lassen sich Bestellungen, Lieferabrufe, Lieferscheine und Rechnungen elektronisch austauschen. EDI nutzt dafür vereinbarte Strukturen und Formate. Dies ist besonders relevant, wenn Geschäftspartner regelmäßig große Mengen standardisierter Dokumente austauschen.
11. ERP-Integration mit Abas als Praxisbeispiel
Abas ERP ist eine ERP-Lösung für den Mittelstand mit einem besonderen Fokus auf Produktions- und Fertigungsunternehmen. Die Lösung umfasst unter anderem Funktionen für Disposition, Fertigung, Finanzbuchhaltung, Kalkulation, Vertrieb, Einkauf, Controlling, Reporting, Lager, Qualitätsmanagement, Betriebsdatenerfassung, EDI, Dokumentenmanagement und Produktionsfeinplanung.
Im Bereich ERP-Integration punktet Abas dank seiner vielfältigen Möglichkeiten die IT-Landschaft zu vernetzen – denn das Thema Konnektivität und die Anbindung von Drittsystemen ist von Beginn an fest in unserer DNA verankert. Abas stellt dafür verschiedene Werkzeuge, Konnektoren und Schnittstellen bereit.
Abas Connect
Abas Connect ist ein grafisches Integrationstool für die Anbindung von Software und Geräten an Abas ERP. Darüber können beispielsweise CRM-Systeme, Maschinensteuerungen, Lagerverwaltungssoftware oder selbstfahrende Systeme angebunden werden. Die Einrichtung und Pflege der Schnittstellen erfolgt über eine grafische Oberfläche und verfolgt einen Low-Code-Ansatz.
Abas REST API
Die Abas REST API ist eine Webschnittstelle für den Datenzugriff auf Abas ERP in Echtzeit. Sie schafft eine technische Grundlage, um moderne Anwendungen und externe Systeme kontrolliert mit ERP-Daten zu verbinden.
PDM Connector
Der Abas PDM Connector unterstützt die Anbindung von PDM-Systemen. Die CAD- und PDM-Integration umfasst das Datenmanagement von Stammdaten, Stücklisten und Zeichnungen sowie die bidirektionale Kommunikation dieser Daten mit Abas ERP. Damit lässt sich die Produktentwicklung enger mit Beschaffung und Fertigung verbinden.
DMS Connector
Unternehmen können das in Abas verfügbare Dokumentenmanagement nutzen oder DMS-Lösungen von Drittanbietern über den DMS Connector anbinden. In Abas erzeugte Dokumente und zugehörige Indexdaten können exportiert werden. Eingehende Dokumente lassen sich mit Vorgängen in Abas ERP verknüpfen.
MS SQL Connector
Der MS SQL Connector dient dem flexiblen und automatisierten Export von ERP-Daten. Der konkrete Einsatz sollte anhand des jeweiligen Analyse-, Integrations- oder Datenaustauschszenarios geprüft werden.
B2B-Portal und Webshop
Abas bietet außerdem einen Standard-Webshop auf Basis von Shopware mit tiefer ERP-Integration. Eine solche Verbindung kann Produkt-, Kunden- und Auftragsprozesse enger mit dem ERP verzahnen. Welche Daten und Funktionen im konkreten Projekt genutzt werden, hängt von der jeweiligen Konfiguration ab.
Cloud ERP und Konnektivität
Abas bietet neben dem klassischen Betriebsmodell auch eine Cloud ERP-Lösung an. Für Integrationsprojekte ist dabei entscheidend, dass Schnittstellen, Berechtigungen, Datenflüsse und angebundene Anwendungen auch im gewählten Cloud-Betriebsmodell berücksichtigt werden. Die Cloud allein ersetzt kein Integrationskonzept, kann aber eine Basis für zentral bereitgestellte und vernetzte ERP-Prozesse bilden.
Warum Abas für integrierte Fertigungsprozesse geeignet ist
- ✅ Abas ERP richtet sich an mittelständische Produktions- und Fertigungsunternehmen.
- ✅ Fertigung, Disposition, Einkauf, Vertrieb, Lager und Finanzwesen sind Bestandteil des integrierten Funktionsumfangs.
- ✅ Abas Connect unterstützt die konfigurationsbasierte Anbindung von Software und Geräten.
- ✅ Die REST API ermöglicht den Zugriff auf Abas-ERP-Daten über eine moderne Webschnittstelle.
- ✅ Standardisierte Konnektoren unterstützen unter anderem PDM-, DMS- und Datenbankszenarien.
- ✅ EDI, IoT, Betriebsdatenerfassung und Produktionsplanung sind weitere relevante Funktionsbereiche.
12. ERP-Integration planen und die passende Lösung auswählen
Eine erfolgreiche ERP-Integration beginnt mit dem Prozess und nicht mit der Auswahl einer Schnittstellentechnologie.
1. Integrationsziele definieren
Unternehmen sollten festhalten, welche Probleme gelöst werden sollen. Beispiele sind weniger manuelle Eingaben, aktuellere Bestände, durchgängige Fertigungsprozesse oder eine automatisierte Auftragsübernahme.
2. Systeme und Datenobjekte erfassen
Alle beteiligten Anwendungen, Datenquellen und Verantwortlichen sollten dokumentiert werden. Ebenso wichtig ist eine Übersicht der auszutauschenden Stamm- und Bewegungsdaten.
3. Führende Systeme festlegen
Für Kunden, Artikel, Stücklisten, Preise, Bestände und weitere Kerndaten sollte eindeutig definiert werden, welches System die maßgebliche Quelle darstellt.
4. Aktualitätsanforderungen bestimmen
Es muss geklärt werden, ob Daten sofort, ereignisgesteuert, in kurzen Intervallen oder zu festgelegten Zeitpunkten übertragen werden sollen.
5. Integrationsmethode auswählen
Je nach Anforderung kommen APIs, Konnektoren, Middleware, EDI oder dateibasierte Verfahren infrage. Standardisierte und dokumentierte Schnittstellen sind in der Regel leichter wartbar als zahlreiche individuelle Verbindungen.
6. Sicherheitskonzept erstellen
Berechtigungen, Authentifizierung, Verschlüsselung, Protokollierung und Datenschutz müssen Teil der Architektur sein. Schnittstellen sollten nur auf die tatsächlich erforderlichen Daten und Funktionen zugreifen können.
7. Fehlerbehandlung und Monitoring planen
Unternehmen sollten vor dem Produktivstart definieren, wie fehlgeschlagene Übertragungen erkannt, wiederholt und bearbeitet werden. Verantwortliche Personen oder Teams müssen eindeutig benannt sein.
8. Integration testen
Tests sollten nicht nur den technischen Datentransfer prüfen. Ebenso wichtig sind fachliche Abläufe, Grenzfälle, fehlerhafte Daten, Wiederholungen und das Verhalten bei einem vorübergehend nicht erreichbaren Zielsystem.
9. Dokumentation pflegen
Datenfelder, Regeln, Systemverantwortung, Zugangsdaten, Abhängigkeiten und Fehlerverfahren sollten nachvollziehbar dokumentiert werden. Die Dokumentation muss bei Änderungen aktualisiert werden.
13. Trends und zukünftige Entwicklung
ERP-Integration entwickelt sich von einzelnen Schnittstellen zunehmend zu einer strategischen Integrationsarchitektur.
- ✅ API-basierte Integration: Moderne Anwendungen stellen standardisierte Dienste für den Datenaustausch bereit.
- ✅ Low-Code-Integration: Grafische Werkzeuge erleichtern die Konfiguration wiederkehrender Datenflüsse.
- ✅ Cloud-Integration: Cloud-ERP, Software-as-a-Service-Anwendungen und externe Plattformen werden enger verbunden.
- ✅ IoT und Shopfloor: Maschinendaten fließen stärker in Produktionsplanung und betriebswirtschaftliche Prozesse ein.
- ✅ KI-gestützte Auswertungen: Integrierte Daten schaffen eine breitere Grundlage für Prognosen, Anomalieerkennung und Assistenzfunktionen.
- ✅ Standardisierte Konnektoren: Vorgefertigte Anbindungen reduzieren den Bedarf an individueller Entwicklung.
- ⚠️ Wachsende Sicherheitsanforderungen: Mit jeder zusätzlichen Verbindung steigen die Anforderungen an Zugriffsschutz, Monitoring und Datenschutz.
Abas ERP Produktbroschüre
Sie möchten wissen, wie die ERP Software von Abas aussieht und welche Funktionen darin enthalten sind?
In der Produktbroschüre werden sämtliche Funktionen detailliert dargestellt und erläutert. Von der Materialwirtschaft über die Feinplanung bis hin zum Projektmanagement, kein Thema kommt hier zu kurz.

Was ist ERP-Integration?
ERP-Integration ist die technische und prozessuale Verbindung eines ERP-Systems mit weiteren Anwendungen, Plattformen, Datenbanken oder Maschinen. Ziel ist ein automatisierter, kontrollierter und nachvollziehbarer Datenaustausch.
Was ist der Unterschied zwischen ERP-Integration und ERP-Implementierung
Die ERP-Implementierung bezeichnet die Einführung und Konfiguration eines ERP-Systems. Die ERP-Integration verbindet dieses System mit anderen Anwendungen und Datenquellen. Beide Aufgaben können Teil desselben ERP-Projekts sein.
Was ist der Unterschied zwischen einer API und einer Schnittstelle?
Schnittstelle ist der übergeordnete Begriff für eine definierte Verbindung zwischen Systemen. Eine API ist eine bestimmte Form der Programmierschnittstelle, über die Anwendungen Funktionen aufrufen oder Daten strukturiert austauschen können.
Was ist der Unterschied zwischen API und Middleware?
Eine API stellt einen definierten Zugang zu einem System bereit. Middleware vermittelt zwischen mehreren Systemen und kann Daten weiterleiten, transformieren und überwachen. Middleware nutzt dabei häufig die APIs der angebundenen Anwendungen.
Welche Systeme können mit einem ERP verbunden werden?
Typische Beispiele sind CRM, Online-Shop, Marktplatz, MES, PDM, PLM, CAD, DMS, Lagerverwaltung, Versandsoftware, Business Intelligence, EDI-Plattformen und Maschinen.
Ist ERP-Integration auch für KMU sinnvoll?
Ja. KMU profitieren besonders, wenn heute Daten manuell zwischen Anwendungen übertragen werden oder widersprüchliche Informationsstände entstehen. Der Integrationsumfang sollte sich jedoch an den konkreten Prozessen und dem wirtschaftlichen Nutzen orientieren.
Braucht jede ERP-Integration Echtzeitdaten?
Nein. Die notwendige Aktualität hängt vom Prozess ab. Verfügbarkeitsprüfungen oder Maschinenstatus können eine schnelle Übertragung erfordern. Andere Daten können gegebenenfalls zeitgesteuert synchronisiert werden.
Wie wählt man die richtige Integrationsmethode?
Wichtige Kriterien sind die beteiligten Systeme, das Datenvolumen, die notwendige Aktualität, verfügbare Standardschnittstellen, Sicherheitsanforderungen, Wartbarkeit und Fehlerbehandlung. Der Geschäftsprozess sollte die technische Entscheidung bestimmen.
Welche Daten sollten bei einer ERP-Integration zuerst verbunden werden?
Der Einstieg sollte sich auf einen klar abgegrenzten Prozess mit erkennbarem Nutzen konzentrieren. Welche Daten zuerst relevant sind, hängt vom Anwendungsfall ab. Häufig betreffen Integrationen Artikel, Kunden, Aufträge, Bestände, Stücklisten oder Produktionsrückmeldungen.
Wie lässt sich eine ERP-Integration absichern?
Wichtige Maßnahmen sind ein Rollen- und Rechtekonzept, sichere Authentifizierung, verschlüsselte Verbindungen, Protokollierung, Monitoring und eine Beschränkung auf die erforderlichen Daten und Funktionen.
Welche Integrationsmöglichkeiten bietet Abas ERP?
Abas nennt unter anderem Abas Connect, die Abas REST API, einen PDM Connector, einen DMS Connector, einen MS SQL Connector sowie eine integrierte B2B-Portal- und Webshop-Lösung. Zusätzlich gehören Konnektivität, IoT, EDI und Betriebsdatenerfassung zu den ausgewiesenen Funktionsbereichen.
