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Digitalisierung der Fertigung mit IIoT und KI: So sprechen Maschinen Klartext

Digitalisierung der Fertigung mit IIoT und KI: So sprechen Maschinen Klartext

Die Digitalisierung der Fertigung ist längst mehr als ein Trend. Angesichts globaler Unsicherheiten, steigender Kosten und wachsendem Fachkräftemangel wird sie zur Überlebensfrage – besonders für mittelständische Produktionsunternehmen. Sie stehen vor einer zentralen Herausforderung: Wie kann die eigene Produktion effizienter, transparenter und gleichzeitig zukunftssicher aufgestellt werden? Und wie kann Production Intelligence helfen, die Fertigung neu zu denken und zu gestalten? 

Eine Schlüsselrolle bei der Produktionsoptimierung spielen das Industrial Internet of Things (IIoT) und Künstliche Intelligenz (KI): Technologien, die Maschinen befähigen, ihre Betriebsdaten selbstständig zu erfassen, zu analysieren und daraus handfeste Optimierungsvorschläge abzuleiten. 

Doch wie genau funktioniert das in der Praxis? Und warum sollten gerade jetzt Maschinen mit uns „sprechen“ und wir ihnen “zuhören”? 

Versteckte Potenziale sichtbar machen: Was Maschinen schon heute wissen 

Jede Maschine auf dem Shopfloor sammelt permanent Daten: über Laufzeiten, Auslastung, Taktzahlen, Verschleißzustände, Temperaturentwicklungen, Energieverbrauch, Produktionsunterbrechungen und vieles mehr. Doch oft schlummern diese Informationen ungenutzt in den Steuerungen oder werden bestenfalls in Excel-Tabellen dokumentiert. Stattdessen verlassen sich Unternehmen auf das Erfahrungswissen ihrer Mitarbeiter – ein Schatz, der im Falle von Ruhestand oder Personalwechsel leicht verloren geht. 

Durch intelligente Datenerfassung und -auswertung lassen sich die “stillen Signale” der Maschinen sichtbar machen. Produktionsverantwortliche erhalten so objektive, belastbare Informationen, die helfen, Prozesse frühzeitig zu optimieren, Ausfälle zu verhindern und die Produktqualität dauerhaft zu sichern. Denn Maschinen können wertvolle Hinweise auf versteckte Ineffizienzen liefern – wenn wir ihnen richtig zuhören. 

Digitalisierungsbeispiel aus der Praxis: 

Ein mittelständischer Maschinenbauer installiert smarte Sensoren an seinen CNC-Maschinen. Die Auswertung zeigt, dass die tatsächliche Laufzeit pro Tag unter 50 % der geplanten Produktionszeit liegt. Die Ursache sind kleine, oft unbemerkte Rüst- und Stillstandszeiten. Durch gezielte Prozessoptimierungen – etwa die Vorab-Bereitstellung von Werkzeugen und Material – kann die effektive Laufzeit um 15 % gesteigert werden, ohne neue Maschinen anzuschaffen. 

On-Demand Webinar

On-Demand Webcast: 

Digitalisierung & IIoT in der Fertigung - Sollten meine Maschinen mit mir sprechen? 

Wie können Fertigungsunternehmen mit IIoT und Digitalisierung smarter, effizienter und flexibler werden? Maschinenflüsterer Prof. Dr. Ing. Jürgen Sauser und Forterro-Experte Thomas Knorr erklären praxisnah, wie Sie Ihre Produktion digitalisieren und messbare Erfolge erzielen können! 

IIoT – das Nervensystem der modernen Fertigung 

Das Industrial Internet of Things (IIoT) vernetzt Maschinen, Anlagen und Systeme intelligent miteinander. Sensoren erfassen Betriebszustände in Echtzeit und liefern damit die Grundlage für tiefere Einblicke. Statt punktueller Insellösungen entsteht eine durchgängige Informationskette – vom Shopfloor bis ins ERP-System

Was IIoT konkret ermöglicht: 

  • Echtzeit-Überwachung von Maschinenzuständen und Produktionsfortschritt
  • Frühzeitige Erkennung von Verschleiß oder Störungen (Predictive Maintenance)
  • Optimierung von Materialflüssen und Beständen
  • Automatisierte Rückmeldungen ins ERP für bessere Planung 
Digitalisierungsbeispiel aus der Praxis: 

Ein Hersteller von Kunststoffteilen integriert Sensoren in seine Spritzgießmaschinen. Die Sensordaten werden an eine IIoT-Plattform übertragen und mit ERP-Produktionsdaten verknüpft. Ergebnis: Durchlaufzeiten können genau prognostiziert, Engpässe frühzeitig erkannt und die Liefertermintreue signifikant erhöht werden – ein echter Wettbewerbsvorteil. 

KI als digitaler Produktionsassistent 

Künstliche Intelligenz geht noch einen Schritt weiter. Sie interpretiert die riesigen Datenmengen aus den gesammelten Maschinendaten und kann daraus eigenständig Muster erkennen, Schlussfolgerungen ziehen und Vorhersagen treffen – etwa, wann eine Maschine gewartet werden sollte, um Ausfälle zu vermeiden. 

Dabei ersetzt KI nicht das menschliche Urteilsvermögen, sondern unterstützt es: Sie hilft, Zusammenhänge zu erkennen, die für den Menschen aufgrund der Komplexität und Menge der Daten kaum noch nachvollziehbar wären. 

Typische Anwendungsfälle für KI in der Fertigung: 

  • Predictive Maintenance: KI erkennt Anzeichen für Ausfälle, bevor sie auftreten.
  • Anomalie-Erkennung: Abweichungen im Produktionsprozess werden automatisch gemeldet.
  • Qualitätsoptimierung: Zusammenhänge zwischen Maschineneinstellungen und Produktqualität werden analysiert.
  • Energieeffizienz: Produktionspläne werden in Echtzeit an den Energieverbrauch angepasst.
  • Energiedaten-Management: KI analysiert Energieverbräuche auf Maschinen-, Anlagen- oder Prozessebene, identifiziert Einsparpotenziale und unterstützt Unternehmen dabei, ihren Energieeinsatz nachhaltig zu optimieren.
  • Nachhaltigkeitsberichte: KI unterstützt bei der automatisierten Erfassung, Auswertung und Aufbereitung von ESG-relevanten Kennzahlen für transparente Nachhaltigkeitsberichte und regulatorische Nachweispflichten.
Use Cases für IIoT und KI in der Fertigung
Digitalisierungsbeispiel aus der Praxis: 

Ein Unternehmen im Bereich Präzisionsfertigung setzt KI-gestützte Analysen ein, um die Oberflächenqualität seiner Produkte zu verbessern. Die KI erkennt, dass minimale Abweichungen in der Hydraulikdruckkurve bestimmter Maschinen Fehler verursachen – ein Zusammenhang, der Menschen aufgrund der Datenkomplexität verborgen blieb. Durch frühzeitige Anpassung der Prozessparameter konnte die Ausschussquote um 12 % gesenkt werden. 

Prodaso Broschüre: Production Intelligence für Ihr ERP

Maximieren Sie Ihre Produktivität mit KI-gestützter Produktionsoptimierung 

Mit dem Production-Intelligence-System Prodaso erweitern Sie Ihr ERP um alle relevanten Echtzeitdaten aus der Produktion und optimieren ihre Produktivität und Profitabilität mit KI-gestützten Analysen und Vorhersagen. Prodaso ist nahtlos in Abas ERP integriert, arbeitet dank smarter IoT-Module unabhängig von Maschinenherstellern, ist einfach skalierbar und nachrüstbar. 

Digitalisierung auch für ältere Maschinen  

Viele Mittelständler befürchten, dass ihre Bestandsmaschinen in der Fertigung „nicht smart genug“ für die Digitalisierung sind. Ein häufiges Vorurteil lautet: „Unsere Maschinen sind zu alt für Digitalisierung.“ Die gute Nachricht: IIoT funktioniert auch retrofit. Retrofit bedeutet im IIoT-Bereich die nachträgliche Ausstattung bestehender Maschinen und Anlagen mit modernen digitalen Technologien, ohne sie komplett zu ersetzen. 

Denn auch ältere Bestandsanlagen und Maschinen (“brownfield”) können durch nachgerüstete Sensorik und smarte Auswertungstechnologien "zum Sprechen gebracht" werden. Selbst einfache Produktionsmaschinen oder Handarbeitsplätze lassen sich mit überschaubarem Aufwand in IIoT-Lösungen integrieren – und eröffnen damit völlig neue Möglichkeiten zur Prozessoptimierung. 

Möglichkeiten zur Anbindung älterer Maschinen (Retrofit): 

  • Einfache Sensorik (z. B. Vibrations-, Strom-, Temperatur-Sensoren) liefert wertvolle Basisdaten.
  • Edge Devices übernehmen die lokale Vorverarbeitung der Daten und senden relevante Informationen in die Cloud oder ans ERP-System.
  • Datenbrücken verbinden Altsysteme mit modernen Plattformen, ohne tiefgreifende Eingriffe in die Maschinensteuerung. 
Digitalisierungsbeispiel aus der Praxis: 

Ein metallverarbeitender Betrieb stattet eine 20 Jahre alte Drehmaschine mit Strommesssensoren aus. Durch die Analyse der Leistungsaufnahme können unproduktive Stillstandszeiten sichtbar gemacht und optimiert werden – ganz ohne Neuanschaffung. 

Digitalisierung in der Fertigung mit IIoT und KI

“Am Ende geht es darum, einen klaren Einblick in die Live-Fertigung zu gewinnen und die Prozesse auch aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Nur so können wir Stillstandsgründe erfassen und fundierte Entscheidungen treffen. Schließlich sind es die laufenden Maschinen, die den Umsatz sichern.”

Norman Salomo
Prodaso Referenz, Martin Dellit Präzisionsdreherei GmbH & Co. KG

Nachhaltigkeit messbar machen: ESG als neuer Treiber 

Neben Effizienzsteigerung und Prozesssicherheit gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung. Stichwort: ESG (Environmental, Social, Governance). Auch hier unterstützt die Digitalisierung der Fertigung: Mithilfe von IIoT- und KI-Lösungen in Kombination mit dem ERP-System lassen sich Umweltkennzahlen wie Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Materialeffizienz präzise erfassen und dokumentieren. Unternehmen können damit nicht nur ihre Nachhaltigkeitsziele besser erreichen, sondern auch regulatorische Anforderungen effizienter erfüllen. 

Typische ESG-relevante Anwendungen: 

  • Energiedaten-Management: Automatisiertes Monitoring von Maschinenverbrauch
  • CO₂-Footprint-Analysen: Berechnung der Emissionen einzelner Produktionsschritte
  • Transparente Nachhaltigkeitsberichte: Einfache Dokumentation für Kunden und Behörden 
Digitalisierungsbeispiel aus der Praxis: 

Ein Unternehmen der Verpackungsindustrie nutzt IIoT-Sensoren zur Überwachung des Druckluftverbrauchs. Durch die Erkennung von Leckagen können innerhalb eines Jahres 8 % Energie eingespart und die Emissionen reduziert werden. 

Vertrauen schaffen: Transparente KI 

Ein zentrales Thema beim Einsatz von KI: Vertrauen. Die Integration von KI in der Fertigung wirft oft die Frage auf: Können wir den Ergebnissen trauen? Deshalb ist es wichtig, dass KI-gestützte Analysen nachvollziehbar sind. Wenn eine KI eine Wartung empfiehlt oder einen drohenden Ausfall meldet, müssen Mitarbeitende verstehen können, warum diese Empfehlung erfolgt. 

Ein Lösungsansatz ist „Explainable AI“ (XAI): Erklärbare KI-Modelle sorgen dafür, dass die Vorschläge und Prognosen der Systeme transparent bleiben und für die Mitarbeitenden nachvollziehbar sind.  

Menschen bleiben weiterhin aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden (“Human-in-the-Loop"). Die Künstliche Intelligenz unterstützt sie dabei, indem sie auf Basis großer Datenmengen fundierte Entscheidungshilfen liefert – jedoch ohne dabei intransparent zu agieren oder Ergebnisse als "Blackbox" vorzulegen. Statt blindem Vertrauen in eine Maschine ermöglicht das Modell Human-in-the-Loop (HITL) eine enge Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI, bei der Empfehlungen nachvollziehbar sind und die letztendliche Entscheidung beim Menschen bleibt. 

Denn: Nur wenn Nutzer die KI verstehen und ihr vertrauen, wird sie auch aktiv genutzt – und die Digitalisierung kann ihr volles Potenzial entfalten. 

Digitalisierung der Fertigung: IIoT und KI lassen Maschinen sprechen

Fazit: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um mit Ihren Maschinen zu sprechen 

Industrie 4.0, Smart Factory, Predictive Maintenance – all diese Trends stehen und fallen mit der intelligenten Nutzung von Maschinendaten. Wer Maschinen jetzt „sprechen“ lässt und in IIoT- und KI-basierte Production Intelligence Lösungen investiert, legt den Grundstein für eine wettbewerbsfähige, resiliente und nachhaltige Fertigung. Der Einstieg in die Digitalisierung der Fertigung ist oft einfacher als gedacht – auch im Mittelstand. 

Unsere Empfehlung – so starten Sie mit der Digitalisierung Ihrer Fertigung: 

  • Starten Sie mit einem Pilotprojekt an einer ausgewählten Maschine oder Linie.
  • Arbeiten Sie iterativ: erst kleine Erfolge erzielen, dann skalieren.
  • Vertrauen Sie auf einfache, skalierbare IIoT- und KI-Lösungen, die speziell für den Mittelstand entwickelt wurden und schnelle Erfolge bei der Produktionsoptimierung bringen. 

Die Zukunft der Fertigung ist digital, smart, vernetzt und datengetrieben – und sie hat bereits begonnen. 

Individuelle Beratung zur Digitalisierung Ihrer Fertigung & Production Intelligence 

Wir beraten Sie gerne unverbindlich rund um den Einsatz von IIoT und KI in der Fertigung.  

 

Hinweis: 
Die in diesem Beitrag genannten Praxisbeispiele zur Digitalisierung der Fertigung basieren auf typischen Anwendungsszenarien und Erfahrungswerten aus mittelständischen Fertigungsunternehmen. Sie dienen der Veranschaulichung realer IIoT- und KI-Potenziale.