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Mit Advanced Planning System die Supply Chain steuern

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Advanced Planning and Scheduling gibt Ihnen die Möglichkeit, durch optimale Planung entlang der Wertschöpfungskette Engpässe zu vermeiden und Ihre Kunden exzellent zu bedienen. APS-Systeme ermöglichen eine Feinplanung, die mit traditionellen PPS (Produktionsplanungs- und -steuerungssystemen) bislang nicht möglich war.

Dieser Artikel erklärt Konzepte rund um Supply Chain und Produktionsplanung und geht auf die Mehrwerte von APS-Systemen ein.

Supply Chain Management – was ist das Problem?

Supply Chain Management strebt danach, alle Prozesse der Wertschöpfungskette, von den Lieferanten bis hin zu den Abnehmern, zu planen und zu steuern. Es werden vier Supply Chain-Prozesse unterschieden: 

  • Beschaffung – die Steuerung von Liefer- und Lieferantenprozessen
  • Produktion – die Produktionsplanung und –steuerung, auch über mehrere Standorte hinweg
  • Distribution – die Steuerung von Händlernetzen, aber auch von Auslieferungslagern und Transport
  • Absatz – die strategische, taktische und operative Absatzplanung

Damit umfasst die Supply Chain den Material- und Produktfluss, aber auch die Produktionsplanung innerhalb von Fertigungsbetrieben. 

PPS versus APS

Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme (PPS) sind in der Fertigungsbranche bereits länger im Einsatz. Sie unterstützen die Planung von Abläufen in Fertigungsbetrieben. Fortgeschrittene PPS-Systeme können auch Fertigungsvorschläge unterbreiten. 

PPS-Systeme in der Kritik

Teilweise gerieten diese Systeme allerdings in die Kritik, weil ihre Entscheidungsmodelle und Planungsergebnisse auf Grundannahmen beruhen, die die betriebliche Realität nicht angemessen abbilden. Beispielsweise wird für die Herstellung einer Komponente häufig immer die gleiche Durchlaufzeit angenommen. Tatsächlich kann diese aber je nach Kapazitätsauslastung, Auftragsmenge usw. variieren. So ergibt sich ein falsches Bild der voraussichtlichen Fertigstellungstermine. Mit einem Wort: PPS-Systeme werden der Komplexität moderner Fertigungsabläufe nicht immer gerecht.

Außerdem betrachten klassische PPS-Systeme nur einen relativ kleinen Ausschnitt aus der Supply Chain. Sie lassen Transport und Lagerhaltung außer Acht.

APS-Systeme denken weiter

Advanced Planning and Scheduling-Systeme (APS-Systeme) gehen daher einen Schritt weiter. Sie beziehen ihre Daten über die laufenden Wertschöpfungsprozesse zwar ebenfalls aus transaktionsbasierten ERP- und PPS-Systemen, liefern aber realistischere Planungsergebnisse. APS-Systeme erstellen Pläne aufgrund von fortgeschrittenen mathematischen Modellen. Aufgrund aktueller Planungsdaten und geltender Constraints modellieren sie Pläne, die in der Praxis umsetzbar sind. 

Hinzu kommt, dass Advanced Planning and Scheduling auch die vor- und nachgelagerten Prozesse rund um Lagerlogistik, Ein- und Verkauf sowie Transport einbezieht.

APS-Systeme decken also einen weit größeren Teil der Supply Chain ab und sind in der Lage, den Planer detaillierter zu unterstützen als herkömmliche Systeme.

Feinplanung mit Advanced Planning System

Ein APS-System ist eine Software zur Konfiguration, Planung und Steuerung von Supply Chains. Solche Systeme werden beispielsweise mit folgenden Zielsetzungen verfolgt: 

  • Bestimmung von Lieferterminen
  • Festlegung der Priorität von Aufträgen
  • Steuerung der Verfügbarkeit von Personal, Material, technischen Anlagen und anderen Ressourcen für die Produktion
  • Abstimmung der Reihenfolge aufeinander aufbauender Schritte bei der Abarbeitung von Produktionsaufträgen (zum Beispiel Baugruppen und Unterbaugruppen)
  • Berücksichtigung spezifischer Bedingungen im Produktionsprozess wie beispielsweise Liegezeiten
  • Optimale Abstimmung der Parameter, die die Produktion beeinflussen, zum Beispiel Losgrößen, Rüstzeiten usw.

Komplexität beherrschen

Um der Komplexität der realen Planungsaufgaben Herr zu werden, unterscheiden APS-Systeme verschiedene Planungshorizonte und Planungsobjekte. Durch die Definition von Alternativen, Zielen und Einschränkungen (Constraints), wie zum Beispiel Abhängigkeiten können APS-Systeme ermitteln, welches Szenario ein gegebenes Planungsproblem praxisorientiert und wirtschaftlich löst.

Strategische Ebene – langfristige Planung

Auf der strategischen Ebene konfigurieren Sie Ihre Supply Chain. Dazu werden unterschiedliche Supply Chain-Szenarien modelliert und auf ihre Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit untersucht. Eine Lieferkette können Sie unterschiedlich gestalten, mit verschiedenen Produktions- und Lagerstätten, Herstellungsverfahren sowie internen und externen Prozessen, Stichwort: Make or Buy. 

Taktische Ebene – mittelfristige Planung

Dies ist die eigentliche Planungsebene. Basierend auf Ihren Absatzprognosen können Sie schon einige Zeit im Voraus die Produktionsplanung und Logistik über Ihre Lieferkette abstimmen. 

Operative Ebene – kurzfristige Planung

Hier findet die Feinplanung über die gesamte Lieferkette statt. Auf der operativen Ebene sind die meisten Parameter und Abhängigkeiten bereits bekannt; jetzt geht es darum, aus dem Input die optimalen Planungsergebnisse herauszuholen. Mithilfe einer APS-Software planen Sie Ihre Bedarfe, Mengen, Termine, Kapazitäten bis hin zur Distribution und Logistik über die gesamte Supply Chain. 

Ein Advanced Planning and Scheduling System ist in der Lage, verschiedene Alternativen zu simulieren und die im Hinblick auf Kosten, Liefertreue und Realisierbarkeit günstigste Variante herauszufiltern.

Mehrwerte durch Advanced Planning and Scheduling

APS-Systeme sorgen für reibungslose Abläufe und eine schlanke Produktion, indem sie alle Produktionsparamater aufeinander abstimmen. Die aktuellen Daten über die Ressourcen- und Bedarfsplanung, Kapazitätsauslastung und Kosten liefert die zugrunde liegende ERP Software.

Auf diese Weise liefert eine solche Software zum Beispiel:

  • Produktionsplanung mit belastbaren Prognosen, etwa der Durchlaufzeiten in unterschiedlichen Produktionsszenarien. Die Szenarien können in der Software simuliert werden.
  • Verfügbarkeitsvoraussagen (Available-to-promise, ATP), das heißt eine Abschätzung, ob und wann benötigte Rohstoffe, Materialien, Halbfertigerzeugnisse usw. zur Verfügung stehen, um Kunden und Anfragen entsprechend Antwort geben zu können. 
  • Lieferfähigkeitsvoraussagen (Capable-to-promise, CTP), das heißt eine Prognose, die zusätzlich zum Lagerbestand auch die Produktionskapazitäten und externe Lieferanten in die Frage zur Bedarfsdeckung einbezieht.
  • Distributionsplanung, das heißt die optimale Bereitstellung von Produkten im Distributionsnetz unter Berücksichtigung von Laderaumplanung, Transportzeiten und –wegen usw.
  • Bedarfssteuerung, das heißt der laufende Abgleich von Soll- und Ist-Bedarfen und die Anpassung der Beschaffungsaktivitäten an die Bedarfsprognosen 
  • Lagersteuerung, inklusive einer Planung von Einlagerung und Entnahmen mit optimierten Weg/Zeit-Charakteristiken. 

Fazit

Die traditionelle Produktionsplanung mit PPS-Systemen wird heute durch Advanced Planning and Scheduling-Systeme auf eine neue Stufe gehoben. APS-Software verwendet fortgeschrittene Algorithmen für eine realitätsnahe Planung und betrachtet neben dem Produktionsprozess auch noch andere Elemente der Supply Chain. 

APS-Systeme können basierend auf Ihren Anforderungen und Restriktionen mehrere alternative Planungsszenarien simulieren und auswerten. Aus den Ergebnissen wird der im Hinblick auf Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit günstigste Produktionsplan ermittelt.

APS- und PPS-Systeme sollten optimal in Ihre ERP-Software integriert sein, da sie aus dieser eine Fülle von Informationen beziehen.

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