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ERP-Systeme in der Elektronikindustrie: Taktgeber für eine schnelllebige Branche

ERP in the electronics industry

Die Elektronikindustrie wird oft einfach als Teil der Fertigungsbranche betrachtet. Doch das stimmt nicht ganz, stehen Elektronik-OEMs und Anbieter von Teilkomponenten doch vor ganz eigenen Herausforderungen, die sich in anderen Sektoren nicht stellen. 

Dazu gehören:

  • Extrem kurze Produktlebens- und Entwicklungszyklen
    Nehmen wir das Paradebeispiel Mobiltelefone: Zu dem Zeitpunkt, an dem das neueste Modell in die Läden kommt, sind die Hersteller schon viel weiter und entwickeln noch hochwertigere Produkte. Elektronik-OEMs (Original Equipment Manufacturers) sind daher gezwungen, ihre Prozesse ständig zu überarbeiten und neue Beschaffungswege für Rohmaterialien zu erschließen, um konkurrenzfähig zu bleiben. So etwas wie „Cashcow“-Produktreihen oder konsistente Workflows gibt es in der Branche nicht.
  • Strenge Qualitätsstandards
    Kaum ein Produkt, das heute auf dem Markt ist, kommt ohne elektronische Bauteile aus. Fallen diese aus, kann das gravierende Konsequenzen haben – man denke nur an medizinische Geräte oder Autos. Für den verantwortlichen Hersteller können Produktmängel gewaltige Prozesskosten und nicht wieder gutzumachende Rufschäden nach sich ziehen.
  • Einhaltung gesetzlicher Auflagen über die gesamte Lieferkette hinweg
    Elektronikhersteller müssen im Hinblick auf ihre Fertigungsprozesse die Vorgaben der Unterwriters Laboratories (UL) erfüllen. Des Weiteren sind Richtlinien zum Umgang mit chemischen und anderen Rohstoffen sowie deren Entsorgung einzuhalten. Noch komplexer wird die Angelegenheit, wenn ein OEM seine eigenen Anbieter und Zulieferer entlang der Lieferkette auf diese Standards festlegen muss.
  • Niedrige Gewinnspannen
    Der Elektronikmarkt ist stark umkämpft, und mit den Preisen der Endprodukte fallen auch die Margen. Die Optimierung der Betriebs- und Lieferketteneffizienz ist für Hersteller ein Muss.

Auch vor diesem Hintergrund setzen die Hersteller auf ERP-Systeme, die mehr liefern als nur die Grundlagen. Hier sind einige der Features, die für Elektronikunternehmen besonders interessant sind:

Listen zugelassener Lieferanten

So schmal, wie die Gewinnspannen nun einmal sind, ist es für Elektronik-OEMs mitunter verlockend, nach dem günstigsten Teilelieferanten zu suchen. Dem gegenüber stehen strikte regulatorische Standards und gestiegene Qualitätsansprüche bei den Kunden – OEMs müssen also bei allen Bemühungen um Kostensenkungen vorsichtig sein, was die Wahl ihrer Zulieferer betrifft. Ist ein bestimmter Anbieter durch die lokalen Regulierungsbehörden nicht zugelassen, muss sich das Unternehmen einen anderen suchen.

ERP-Systeme bieten die Möglichkeit, Listen zugelassener Lieferanten zu erstellen und zu verwalten und darin die Einhaltung geltender Vorschriften für jeden Anbieter lückenlos zu dokumentieren. Solche Listen sind einfach zu bearbeiten, was angesichts ständig veränderter regulatorischer Vorschriften ein großer Vorteil ist. Erfüllt ein Zulieferer nicht mehr die gegebenen Standards, ist der OEM so flexibel genug, um schnell einen Ersatz zu finden.

Lean manufacturing in electronics industry

Eine schlanke Produktion ist im Elektronikbereich das A und O. Ein gutes ERP-System ermöglicht genau das.

Unterstützung für schlanke Produktionsprozesse

Die meisten Elektronik-OEMs haben heute das Lean-Modell für ihre Fertigungsprozesse verinnerlicht. Bei diesem nachfrageorientierten Modell werden Produktionsläufe erst angesetzt, sobald ein Kunde eine Bestellung aufgegeben hat. Das macht Sinn, nicht zuletzt angesichts der rapiden technologischen Veränderungen in diesem Sektor. Mit dem Lean-Modell wird verhindert, dass Komponenten im Lager verbleiben, bis sie obsolet sind.

ERP-Systeme können einen Großteil des Produktionsprozesses automatisieren. Von der Planung über die Bestandskontrolle bis hin zur Kommunikation mit den Zulieferern. Für eine schlanke Produktion ist das essenziell. Zahlreiche Reibungspunkte, die mit manueller oder in isolierten Tabellen erfolgender Bearbeitung einhergehen, entfallen.

Chargenverfolgung

Angesichts höchster gesetzlicher und kundenseitiger Anforderungen hat die Produktintegrität absolute Priorität. Bei einem Defekt muss der Hersteller in der Lage sein, den gesamten Produktionsprozess nach der Fehlerursache, dem ggf. verantwortlichen Personal und natürlich den betroffenen Kunden zu durchkämmen.

Eine funktionierende Chargenverfolgung ist für OEMs und ihre Zulieferer Pflicht. Die Leiterplattenbestückung ist ein gutes Beispiel: Hier können sich auf einer einzigen Platte Tausende Einzelkomponenten tummeln. Und ist eine defekt, kann das das gesamte Produkt ruinieren. Ein gutes ERP-System ermöglicht es seinen Benutzern, eine gewünschte Charge schnell ausfindig zu machen und durch den gesamten Produktionsprozess nachzuverfolgen.

Qualitätskontrolle

Auch während der Produktion ist es wichtig, Fehler und Defekte nachverfolgen und schnell beheben zu können. Hier hilft im Idealfall das ERP-System, indem es Ausfälle und die Gründe dafür ebenso anzeigt wie Muster und Trends: Liegt es an einem bestimmten Zulieferer, einem Material oder einem Prozessschritt, dass es zu Problemen kommt?

Die Qualitätskontrolle umfasst die gesamte Produktion, von der Annahme der Komponentenlieferungen bis zur Auslieferung des Endprodukts an den Kunden. Im Sinne einer möglichst schnellen Problembehebung sollten die Daten zu fehlerhaften Teilen in Echtzeit bearbeitet werden können. Ausfallzeiten können in Produktionsumgebungen mit hohem Ausstoß verheerend sein. Echtzeit-Analysen und -Quarantänemaßnahmen sollten daher im Funktionsumfang eines robusten ERP-Systems enthalten sein.

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