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Digitalisierung: Industrieunternehmen kommen im Jahr 2018 weiter voran

Digitalisierung 2018: Erkennbare Fortschritte in der Industrie

Wie steht es um die Digitalisierung in deutschen Unternehmen? Antworten auf diese Frage liefert der Monitoring-Report „Wirtschaft DIGITAL“ des BMWi. Während der Digitalisierungsgrad im Dienstleistungs- bereich stagniert, ist die Industrie laut der Studie ein gutes Stück vorangekommen. Dieser Artikel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen.

Studie: Digitalisierung 2018 stabil

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bemisst den Digitalisierungsgrad deutscher Unternehmen anhand der Kennzahl „Wirtschaftsindex DIGITAL“. Die Skala reicht von 0 bis 100 Punkten. Im Jahr 2018 erreicht die deutsche Wirtschaft einen Index von 54, was exakt dem Wert des Vorjahres entspricht. Insbesondere im Dienstleistungsbereich, der in den vergangenen Jahren deutliche Digitalisierungsfortschritte machen konnte, folgt auf die Investitionen momentan eine gewisse Konsolidierung.

Anders stellt sich das Bild in der Industrie dar. Lag sie im Jahr 2016 noch bei 39 Punkten, so erreicht sie 2018 einen Index von 45. Dieses Plus ist durch den verstärkten Einsatz stationärer und mobiler Endgeräte und die stärkere Nutzung digitaler Infrastrukturen erzielt worden. Auch Abläufe in Unternehmen werden zunehmend digital. Während 2016 nur 46 Prozent der Industrieunternehmen über hoch digitalisierte Prozesse verfügten, so sind es 2018 bereits 58 Prozent. Eine deutliche Sprache spricht außerdem folgender Fakt: 2016 sagten noch 48 Prozent der Industriebetriebe, dass sie Digitalisierungsvorhaben für unnötig halten. Nun sind nur noch 29 Prozent dieser Auffassung - ein klares Zeichen für eine Trendwende.

Digitaler Wandel: aktuelle Trends

Das BMWi bemisst die Digitalisierung in Unternehmen nach drei Faktoren:

  • Bedeutung der Digitalisierung (allgemein und für den Unternehmenserfolg)
  • Stand der unternehmensinternen Digitalisierung
  • Nutzung digitaler Technologien

Wie bereits erwähnt, halten die Digitalisierung mittlerweile fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen für wichtig oder sogar sehr wichtig. Auch wird die Bedeutung der Digitalisierung für den Unternehmenserfolg zunehmend als sehr oder äußerst stark bewertet (2017: 24 Prozent, 2018: 32 Prozent).

37 Prozent aller Unternehmen erwirtschaften bereits mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes mit digital geprägten Produkten und Dienstleistungen. Hingegen ist die Nutzung digitaler Dienste (Cloud-Services, Big-Data-Anwendungen, Messenger) durch Mitarbeiter um fünf Punkte auf 26 Prozent gesunken. Nur noch 37 Prozent der Befragten sind mit dem Stand der Digitalisierung in ihrem Unternehmen zufrieden (Vorjahr: 41 Prozent). Entscheider sehen demnach einen zunehmenden Handlungsbedarf.

Digitales Zeitalter vielerorts immer noch nicht präsent

Das BMWi nimmt in seiner Studie zur Digitalisierung eine Kategorisierung hinsichtlich des Digitalisierungsgrades deutscher Unternehmen vor. 2018 ergibt sich hierbei folgendes Bild:

  • Digitale Nachzügler (Index 0 bis 20): 7,7 Prozent der Unternehmen
  • Digitale Anfänger (Index 21 bis 40): 18,9 Prozent der Unternehmen
  • Digitales Mittelfeld (Index 41 bis 60): 34,2 Prozent der Unternehmen
  • Digital Fortgeschrittene (Index 61 bis 80): 32,4 Prozent der Unternehmen
  • Digitale Vorreiter (Index 81 bis 100): 6,7 Prozent der Unternehmen

Interessant ist die Fragestellung, wie sich die Gruppe der „digitalen Vorreiter“ zusammensetzt. Zunächst sind über 90 Prozent dieser „Digital-Elite“ Dienstleistungsunternehmen. Nur etwa fünf Prozent stammen aus der Industrie. Zudem handelt es sich bei 88 Prozent der digitalen Vorreiter um Kleinstunternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl von maximal neun. Elf Prozent entfallen auf den Mittelstand - nur ein Prozent auf Großunternehmen.

Das Gegenstück zu den digitalen Vorreitern bilden Unternehmen, in denen der digitale Wandel kaum oder noch gar nicht angekommen ist. Unter den digitalen Anfängern und Nachzüglern befinden sich überwiegend Industrieunternehmen, was den Nachholbedarf dieses Wirtschaftszweigs nochmals verdeutlicht.

Branchenvergleich: Fahrzeugbau mit besonders ausgeprägtem Nachholbedarf

Die am stärksten digitalisierter Industriebranche bleibt auch 2018 der Maschinenbau (48 Punkte). Den größten Nachholbedarf hat im Industriebereich hingegen der Fahrzeugbau. Er liegt aktuell nur bei 40 Punkten. Prognosen gehen davon aus, dass dieser Wert in fünf Jahren nur 2 Punkte höher liegen wird. Im Vergleich: Dienstleister erreichen 2018 wesentlich bessere Werte:

  • Informations- und Kommunikationstechnologie: 74 Punkte
  • Wissensintensive Dienstleister (z. B. Berater): 63 Punkte
  • Finanzen und Versicherungen: 61 Punkte
 

Welche Technologien spielen bei der Digitalisierung von Unternehmen eine Rolle?

Die Digitalisierung von Unternehmen wird durch mehrere Technologien vorangetrieben. Allen voran ist hier das Cloud Computing zu nennen. Bereits 43 Prozent aller Unternehmen nutzen entsprechende Dienste. Ganze 87 Prozent haben sich mit der Nutzung von IT-Infrastrukturen über das Internet zumindest auseinandergesetzt.

In der Industrie ist insbesondere das Internet der Dinge der zentrale Treiber des digitalen Wandels. Bereits 45 Prozent der Befragten haben vernetzte Gegenstände und Geräte im Einsatz. Aber auch der Bereich Robotik und Sensorik befindet sich auf dem Vormarsch. Immerhin 17 Prozent der Industrieunternehmen nutzen bereits entsprechende Technologien. Weitere neun Prozent planen einen Einsatz. Industrie-4.0-Anwendungen - also intelligente, vernetzte Systeme zur Optimierung der gesamten, unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette - werden aktuell nur von neun Prozent der Industriebetriebe genutzt. Big Data spielt mit neun Prozent ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle. Auf dem letzten Platz der eingesetzten Technologien befindet sich die Künstliche Intelligenz (fünf Prozent).

Digitales Zeitalter insbesondere in der Kundenkommunikation angekommen

Die positivsten Effekte des digitalen Wandels ergeben sich für deutsche Unternehmen in der Kundenkommunikation. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) sagen, dass sie ihre Kommunikation mit Kunden durch die Nutzung digitaler Kanäle verbessern konnten. Über die Hälfte der Befragten konnten dank Digitalisierung außerdem erfolgsrelevantes Wissen aufbauen und ihre Angebots- und Produktqualität steigern. Nur 24 Prozent gelang es, aufgrund der Digitalisierung neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. Gänzlich neue Geschäftsmodelle entstanden nur bei 22 Prozent der Unternehmen.

Welche Faktoren bremsen die Digitalisierung in Unternehmen aus?

Betrachten wir abschließend die Fragestellung, warum der digitale Wandel in deutschen Unternehmen nur langsam an Fahrt aufnimmt. Auf Platz eins befindet sich hier nach wie vor die mangelnde Breitbandversorgung. 43 Prozent gaben diesen Punkt als Hemmnis an. Danach folgen diese Faktoren:

  • Zu hoher Zeitaufwand (40 Prozent)
  • Fehlendes Know-how bei den Mitarbeitern (36 Prozent)
  • Zu hoher Investitionsbedarf (36 Prozent)
  • Zu strikte Datenschutzregeln (34 Prozent)
  • Risiken bei der IT-Sicherheit (33 Prozent)
  • Fehlende verlässliche Standards (30 Prozent)
  • Fehlende IT-Fachkräfte (30 Prozent)

Danach folgt eine Gruppe von Unternehmen, welche die Digitalisierung immer noch für unnötig hält. Dies sind stolze 25 Prozent der Befragten - eine Zahl, die durchaus als erschreckend bezeichnet werden kann. Bei 18 Prozent der Unternehmen ist die Digitalisierung außerdem nicht in die Unternehmensstrategie eingebunden. 16 Prozent haben keine klaren Zuständigkeiten definiert.

Digitalisierung – Mittelstand kommt ordentlich voran

Die BMWi-Studie zur Digitalisierung differenziert leider nicht nach Unternehmensgröße. Da viele unserer Leser aus mittelständischen Unternehmen kommen, möchten wir diesen Bereich dennoch kurz betrachten. Informationen zur Digitalisierung im Mittelstand gehen beispielsweise aus der Erhebung „Digitalisierungsindex Mittelstand“ hervor, die von der Deutschen Telekom AG veröffentlicht wird. Der aktuelle Stand stammt aus dem Sommer 2017.

Die wichtigste Erkenntnis: Während das Thema Digitalisierung 2016 nur 27 Prozent der Mittelständler in ihrer Geschäftsstrategie verankert hatten, waren es 2017 bereits 42 Prozent. Das Bewusstsein für die Bedeutung des digitalen Wandels hat sich damit innerhalb eines Jahres enorm verstärkt. Der zentrale Grund: Unternehmen stellen fest, dass sich Digitalisierungsprojekte auszahlen. Immer mehr Firmen berichten über Absatzsteigerungen, Umsatzzuwächse und Erfolge bei der Neukundengewinnung.

abas Trendthema Digitalisierungabas am Puls der Zeit: In diesem Blogartikel beleuchten wir aktuelle und kommende IT- und Management-Trends. Dabei handelt es sich um zukunftsorientierte Themen, die für mittelständische Unternehmen zunehmend relevant werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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