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Automotive-Serie #2: Die Top 5 Trends - und was sie für die Automobilbranche bedeuten

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„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde.“ Das Zitat von Henry Ford ist aktueller denn je. Experten prognostizieren, dass sich die Autoindustrie in den kommenden Jahren so stark und so schnell verändern wird wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

Auf welche Trends müssen sich OEMs und Zulieferer einstellen? Wer wird Gewinner (und wer Verlierer) des Wandels? In Teil 2 unserer Automotive-Serie greifen wir die wichtigsten Herausforderungen auf. 

Die Automobilbranche erfindet das Auto neu

Die Automobilhersteller befinden sich in einer ähnlichen Situation wie die Kutschenhersteller des 19. Jahrhunderts: Zur Sicherung ihres unternehmerischen Erfolgs bedarf es weit mehr als nur die Verbesserung der bestehenden Idee. Die Frage lautet vielmehr: Was kommt nach dem Auto, wie wir es heute bauen? Digitalisierung, neue Technologien, anspruchsvollere Kunden und dynamische Märkte stellen traditionelle Geschäftsmodelle in Frage und fordern ein hohes Maß an Innovation und Agilität.

Trend 1: E-Mobility

Emissionsarme, ressourcenschonende Antriebe sind auf dem Vormarsch, allen voran der Elektromotor. Schärfere Klimaschutzregeln zwingen die Hersteller zum Handeln, insbesondere China wird durch die Smogbelastung in den Städten zu einem lukrativen Wachstumsmarkt für E-Autos.

Chancen & Risiken

Eine der Schlüsseltechnologien für den Erfolg von E-Autos ist der Leichtbau. Um eine größere Reichweite zu erreichen, wird um jedes Gramm Gewicht gekämpft. Immer weniger Stahl kommt zum Einsatz, stattdessen werden neue Werkstoffe wie Plastik und Karbon verbaut. Diese Entwicklung erfordert spezialisierte Zulieferer mit Kompetenzen im Leichtbau. Auch Hersteller hochleistungsfähiger Akkus werden vom E-Mobility-Trend profitieren.

Automobilbranche

Trend 2: Connected Car

Automatische Wartungsinformationen, ortsbasierte Tipps, dynamische Stauprognosen und Infotainment-Angebote wie Musikstreaming: Das Auto der Zukunft ist vernetzt, Daten sind das neue Öl. Laut einer Studie mit dem Thema „Vernetztes Fahrzeug: mit Disruptiver Technologie zum Ergolg“ von Accenture Strategy werden „Connected Car“-Services bis 2020 ein Marktvolumen von rund 100 Milliarden Euro erreichen.

Chancen & Risiken

Branchenfremde Unternehmen wie Google und Apple sowie junge Startups drängen in den Markt. Ihr Vorteil: Sie müssen Kompetenzen in der Entwicklung digitaler Anwendungen nicht erst aufbauen. Dieser Know-how-Vorsprung kann zu einer disruptiven Verschiebung der Wertschöpfungsanteile der bestehenden Zulieferkette führen. Nachholbedarf haben viele OEM und etablierte Zulieferer auch beim Handling von Big Data und der Entwicklung von Konzepten für neue, datenbasierte Geschäftsmodelle.

Trend 3: Autonomes Fahren

Nach Einschätzung des Digitalverbands Bitkom werden selbstfahrende Autos in der Mobilität von morgen eine zentrale Rolle spielen. Auch wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen noch nicht ausreichend geklärt sind: Technisch sind autonome Fahrsysteme bereits heute so weit ausgereift, dass die ersten Prototypen im Testbetrieb laufen.

Chancen & Risiken

Die Steuerungssoftware wird künftig eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale von Autos werden. Zulieferer, die schon heute gezielt Softwareingenieure einstellen und neue Kompetenzen aufbauen, erhöhen ihre Chancen, in diesem Wachstumsmarkt als relevanter Player mitzuspielen. Auch Kooperationen oder Übernahmen können eine sinnvolle strategische Option darstellen.

Trend 4: Urbane Mobilität

Insbesondere in Ballungsräumen werden künftig immer mehr Menschen bewusst auf ein eigenes Auto verzichten und stattdessen verschiedene Mobilitätsformen smart kombinieren. Die Bedeutung des Autos als Statussymbol sinkt, die Nachfrage nach innovativen Angeboten wie beispielsweise Carsharing steigt – Stichwort „Mobilität nutzen statt besitzen“.

Chancen & Risiken

Automobilhersteller wandeln sich vom reinen Fahrzeuganbieter zum Mobilitätsdienstleister. Wettbewerbsvorteile verschaffen sich OEM, die aus dieser veränderten Nachfrage tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln und so den dämpfenden Effekt des Trends auf den Pkw-Absatz kompensieren.

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Trend 5: Neue Produktionsprozesse

Die Anforderungen der Endkunden an die Individualität nehmen zu: In der Oberklasse laufen kaum noch zwei identische Fahrzeuge vom Band. Immer mehr Modelle, Motoren und Ausstattungsdetails führen bei vielen Marken mittlerweile zu millionenfachen Bauvarianten – ein Trend, der die klassische Fließbandproduktion an ihre Grenzen bringt.

Chancen & Risiken

Drohnen, die in Werkshallen eilige Aufträge erledigen, 3D-Drucker, die hochkomplexe Werksmaterialien entstehen lassen, Datenbrillen mit Arbeitsanweisungen: Die Digitalisierung macht auch vor der Produktion nicht Halt. Die Smart Factory ist keine Vision, sondern in vielen Bereichen der Automobilindustrie bereits Realität. Montageabläufe sind im Umbruch – die Gewinner dieser Entwicklung werden OEM und Zulieferer sein, die vorausschauend auf flexible Produktionsabläufe umstellen.

Die Automobilindustrie braucht mutige Pioniere

Das Rennen um die Neuverteilung strategischer Positionen im volatilen Automobilmarkt hat begonnen. Die Trends in der Autoindustrie bieten Zulieferern weiterhin gute Wachstumschancen: Das Marktvolumen für Fahrzeugkomponenten soll laut einer Studie von der Global Automotive Supplier Study 2016 ,,Roland Berger'' bis zum Jahr 2025 auf über 850 Milliarden Euro steigen. Das große Aber: Die Wertschöpfung in den Segmenten der Zulieferkette wird sich voraussichtlich drastisch verlagern – teils auch auf neue Anbieter, wenn die etablierten Zulieferer nicht zügig eigene Kompetenzen in den Trendthemen aufbauen und ihre Prozesse fit machen für Industrie 4.0.

Was eine moderne Automotive ERP-Software dazu beitragen kann, die vorhandenen Potenziale optimal auszuschöpfen, betrachten wir in Teil 3 unserer Automotive-Serie genauer.

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