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abas Experten-Serie: Nicolas Dormont

abas Expert Nic Dormont

Nicolas Dormont begann vor 10 Jahren als Praktikant bei abas und leitet nun die Entwicklung von abas ERP in Nordamerika. Während seiner Zeit im Unternehmen hat er wichtige Technologieinitiativen geleitet, Kunden beraten, an Lösungen für Branchentrends gearbeitet und Anstrengungen unternommen um abas an der Spitze der ERP-Sparte zu halten. Dazu hat er jahrelang die wesentlichsten Bedürfnisse der Kunden erforscht und analysiert. Nic sprach über seine Rolle bei abas und worauf er sich in Zukunft freut.

Kannst du uns darlegen, wie du in der Branche angefangen hast und was jetzt deine Aufgabe bei abas ist?

Nic: Als ich vor über 10 Jahren als Praktikant anfing, war ich sofort mitten in der ERP-Welt. Das hat mich von Beginn an fasziniert. Ich mag das Zusammenspiel von Kunden, Prozessfluss und Datenkontrolle, genau darum geht es bei ERP und ich liebe diesen Ansatz. Einer der Vorteile bei abas anzufangen war die Möglichkeit, als Berater tätig zu sein und mit Kunden an der Lösung ihrer individuellen Probleme zu arbeiten. Mit der Zeit fiel es mir immer leichter unsere abas Anwender zu beraten und ihnen die vielfältigen Möglichkeiten des ERP-Systems aufzuzeigen. Ich konnte immer mehr eigene wertvolle Vorschläge zu unvollständigen und nicht optimal gelösten Prozessen liefern, anstatt nur  passiv auf Informationen direkt aus den Anforderungen der Kunden zu reagieren.

Vor kurzem fragte  mich einer unserer Kunden nach dem Lösungskonzept, dass wir verfolgten, während er noch den Interessentenstatus innehatte. Also erklärte ich ihm unser Konzept erneut, was aufgrund einiger neuer Kundenanforderungen eine Diskussion zur Folge hatte, wie sich das System ändern ließe um den Prozess noch weiter zu verbessern. Zum Ende des Gesprächs sagte er mir „Okay, das unterscheidet sich von unserer bisherigen Arbeitsweise, aber uns gefällt die Denkweise von abas und die neuen Vorschläge, die ihr jetzt macht. Auch wenn sich dadurch die Arbeitsprozesse verändern, so wird es doch effizienter, benutzerfreundlicher und wir sind in der Lage die Prozessabläufe noch weiter zu optimieren.“

Das ist eine der größten Stärken von ERP - wir schaffen Mehrwert, indem wir die Prozesse für die Kunden optimieren.

Ist das ein typisches Zusammenspiel mit einem Kunden - er hat einen bestehenden Prozess und du entwickelst neue Wege, wie dieser alternativ und damit effektiver gelöst werden kann?

Nic: Es gibt viele verschiedene Arten der Interaktion mit unseren Kunden, aber ihnen dabei zu helfen ihre eigenen Prozesse zu verbessern gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben, denn genau das liefert den Unternehmen sehr viel Mehrwert. Ich schule auch abas Anwender darin ihre Systeme individuell anpassen zu können, sodass sie in der Lage sind Änderungen selbst vorzunehmen.

Kannst du einem Kunden auch aufzeigen, welche Änderungen er in der Zukunft möglicherweise vornehmen muss?

Nic: Das ist ein sehr guter Punkt. Die einzige Möglichkeit dazu ist, sich genau anzuschauen, was die Kundenvorhaben und welche möglichen Auswirkungen sich dadurch ergeben. Und zwar nicht nur auf den direkt betroffenen Prozess bezogen, sondern auch auf andere, indirekt betroffene Abläufe. ERP ist ein voll integriertes System, das viele verschiedene Bereiche miteinander verbindet, typischerweise den Finanz- und den Logistikbereich. Es ist entscheidend, dass man weiß und sehen kann, wie sich eine Änderung auf einem Gebiet auch auf andere Bereiche auswirken wird.

Diese beiden Umstände muss man auch dem Kunden vermitteln: „Okay, Sie wollen das, aber haben Sie auch die Auswirkungen dieser Maßnahmen bedacht? Vielleicht gibt es eine bessere Lösung, durch die der Einfluss auf andere Unternehmensbereiche verringert werden kann.“ Das ist tatsächlich etwas, was wir sehr oft tun.

Kannst du uns etwas über die Initiativen erzählen, die abas plant, um den Trends und Änderungen Rechnung zu tragen, die ihr in der Branche erkennt?

Nic: ERP war als eine Plattform gedacht, die Informationen zentral in einer einzigen Kernanwendung bereitstellt. Die beste Lösung hierfür war eineinheitliches User Interface für alle Anwender. Das ist eine großartige Idee, ein tolles Konzept, das auch viele Jahre lang funktioniert hat. Die Herausforderung, mit der wir heute konfrontiert sind, ist die zunehmende Komplexität und die Vielfalt in den Geschäftsprozessen, was dazu führt, dass ERP-Software im Allgemeinen immer komplizierter wird. Denn es gilt immer mehr Szenarien, verschiedene Transaktionsarten und Module innerhalb des Systems zu unterstützen. So wird das System zwangsläufig weniger benutzerfreundlich, da es einfach zu viele Funktionen gibt.

Ein zunehmender Trend ist in der Forderung nach einfachen Lösungen zu beobachten. Unternehmen möchten ihre Angestellten nicht wochenlang schulen müssen. Je weniger Schulung notwendig ist, desto besser. Diese Erwartungshaltung entspringt aus der intuitiven Nutzung von Tablets und Smartphones mit iOS oder Android. Viele Apps benötigen nicht einmal eine Dokumentation. Diese Apps haben oft eine sehr eingeschränkte Funktion für einen sehr spezifischen Zweck, den sie aber sehr gut erfüllen.

Wenn es gegenwärtig einen großen Trend gibt, würde ich die Aufschlüsselung der ERP-Module nennen. Es ist wie der Urknall – alles ging auf einen einzigen Punkt zurück und nun sind wir dabei die einheitliche Oberfläche wieder in viele verschiedene Satelliten aufzuteilen und zu erweitern. Mittlerweile sind sich die Anwender der ERP-Strukturen viel bewusster - ihnen ist klar, dass wir die Daten zentralisiert in einem System speichern müssen. Und dennoch sollten die einzelnen Satelliten autark operieren können. Sie operieren als Sklaven mit einer zentralen Datenbasis, die sämtliche Informationen verarbeitet und anderen Systemen zur Verfügung stellt.

Was sind Beispiele für eine solche Aufschlüsselung oder Vereinfachung?

Nic: Im Prinzip jeder, der neue mobile Anwendungen nachfragt. Wir haben neben verschiedenen Webtools oder Portalen zur Übermittlung von Informationen an Kunden oder Lieferanten auch mobile Apps zur internen oder externen Nutzung. Kunden können Probleme mit bezogenen Dienstleistungen oder Produkten melden sowie Kontakte direkt mit ihrem Tablet oder Telefon verwalten ohne sich im kompletten ERP-System anmelden zu müssen. Mobile Geräte zeigen zwar eingeschränkte Informationen, aber es sind genau die Informationen, die man benötigt. Die mobilen Anwendungen ermöglichen es außerhalb des ERP-Systems zu arbeiten, welches die Daten mit den Endgeräten selbst synchronisiert und gleichzeitig den richtigen Austausch zwischen den Geräten und dem zentralen System sicherstellt.

Die Nutzung ist sehr simpel und eine Verbindung mit dem Hauptsystem ist nicht erforderlich. Da einige Daten lokal auf dem Smartphone gespeichert sind, kann man überall darauf zugreifen und damit arbeiten - selbst wenn man nicht im Büro ist oder kein Internetzugang zur Verfügung steht. Es ist entscheidend einen barrierefreien Zugang zu wichtigen Informationen zu ermöglichen, jederzeit und überall.

Gibt es irgendwelche anderen Trends in der Branche oder Initiativen von abas, die eure Kunden in eine neue Richtung lenken könnten?

Nic: Ein wichtiger Trend, den wir beobachten, ist die Fähigkeit den Workflow bequem innerhalb der Anwendung zu kontrollieren. Jedes ERP-System hat einen grundlegenden Workflow in seinem Kern einprogrammiert. Zum Beispiel gibt es eine logische Verbindung und einen Informationsfluss zwischen der Bestellung, die in der Folge zu einem Lieferschein führt, welcher wiederum in die Rechnungsstellung fließt. Das ist etwas, das jedes Unternehmen benötigt. Aber die meisten ERP-Systeme haben nicht die Möglichkeit zusätzliche logische Abläufe zu diesem Kernprozess hinzuzufügen, um den Workflow individuell auf die spezifischen Anforderungen jedes einzelnen Unternehmen anzupassen.

Natürlich kann man zur Anpassung an die jeweiligen Anforderungen auch die Anwendung verändern - indem man Programme einbaut, neue Felder hinzufügt usw. Aber wir wollen den Anwendern ermöglichen, den Workflow und weitere logische Arbeitsabläufe  mittels eines graphischen Editors ergänzen und anzupassen, ohne neue Felder und neue Programme hinzufügen zu müssen. So kann der Anwender praktisch aufmalen, wie die zusätzlich über den Hauptprozess hinaus erforderlichen Arbeitsabläufe aussehen sollen und durch eine Interaktion zwischen System und Prozessdesign durch das System geleitet werden

Es gibt dabei so viele Facetten und Vorteile. Einer davon ist, dass man seine Prozesse auf eine bessere Art steuern und Anwender wirklich leiten kann, damit sie nicht abweichen. Und es erfordert weniger Training, denn die Idee ist, die Nutzer über das System zu informieren, was und wann es getan werden muss. Das ist mit einer Spur aus Brotkrumen vergleichbar, die gelegt wird und der man nur noch zu folgen braucht.

Noch eine abschließende Frage: Was begeistert dich am meisten mit Blick auf die Zukunft?

Nic: abas ist wirklich eines der coolsten Systeme, mit dem ich je zu tun hatte. Man kann wirklich alles damit machen und zusätzlich neue coole Konzepte entwickeln. Mir gefällt die Idee, dass ein Kunde dieses System für immer behalten und nutzen kann. Ob Sie es nun zu einem Prozent oder zu 99 Prozent anpassen, Sie können immer zur nächsten Version wechseln und in den Genuss der neuesten Features kommen, die wir Ihnen bieten ohne sich selbst in eine Sackgasse zu begeben, wie das bei vielen Produkten unserer Mitbewerber der Fall ist.

Das war in den letzten 30 Jahren eine Stärke von abas und es wird wahrscheinlich auch in den nächsten 30 Jahren eine der Stärken gegenüber unseren Mitbewerbern bleiben. Es ist schön mit einem System zu arbeiten, das es Ihnen erlaubt, sich kontinuierlich zu verbessern und weiter zu entwickeln und dabei die Systemintegrität zu wahren.

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